Posts mit dem Label LICHT ♥ DICH 2011 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label LICHT ♥ DICH 2011 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

24 Dezember 2011

LICHT ♥ DICH sagt Danke


Mögest Du Ruhe finden,

wenn das Jahr sich neigt

und Deine Gedanken

noch einmal die Orte aufsuchen,

an denen Du Gutes erfahren hast.



Vielen Dank, dass Dich LICHT ♥ DICH in der Adventszeit begleiten durfte.

Wir wünschen Dir geruhsame Weihnachten
und einen friedvollen Jahresausklang!


Herzlichst,

Eure Michaela
und alle Mitwirkende des Adventskalenders 2011

23 Dezember 2011

Seelenlichter

Als ich meine Seele fragte, was die Ewigkeit mit den Wünschen macht, die wir sammelten, da erwiderte sie: Ich bin die Ewigkeit!
(Khalil Gibran)

© Roland Vögtli

Seelenlichter beginnen zu leuchten, leben auf, erhellen zuerst einen kleinen und dann vielleicht einen größeren Kreis. Vielleicht werden sie so alt, dass sie viele andere Seelenlichter kommen und gehen gesehen haben. Vielleicht sind sie auch schon erloschen, bevor sie überhaupt auf der Erde angekommen waren.

Seelenlichter sind wie liebevolle Gedanken: berühren sie einen, wärmen sie auch im kältesten Wetter ganz innen drin auf. Sie können auch genau so wenig mit den Händen fest gehalten werden und sind auch dann da, wenn unsere geschlossenen Augen kein Licht sehen können.

Erst wenn man Seelenlichter die aufgestiegen sind nicht als verlorene Lichter erkennt, begegnen sie einem immer wieder: als Lächeln einer zahnlosen Großmutter, als glänzender Lichtstrahl auf dem Rücken eines Schafes, als Glucksen eines kleinen Bächleins, als leises Rauschen in den höchsten Wipfeln eines Baumes, als Regentropf der sich mit der Pfütze vor dem Haus verbindet und zum Ozean fließt ...

Und so kehren sie immer wieder bis in alle Ewigkeit.

Mögen dir deine liebsten Seelenlichter immer wieder begegnen und dich ganz innen wärmen.


Eingereicht von:


Roland Vögtli
NLP Master, Naturarzt, Kreative Trauerarbeit
www.praxisbern.ch

22 Dezember 2011

Vollendung wird Beginn

© Michaela Mielke

Der Tod ist nur ein Übergang
geboren in eine andere Welt
die nicht in unserer Vorstellung
und jeder Seele gewährt

Im dem uns unbekannten Land
wie einst in dieser Welt empfangen
werden wir an jenen Ufern
von denen, die uns vorangegangen

Wenn die Lichter sich mischen
so schenke uns Vertrauen
in die Fragen und Antworten
die wir nicht zu kennen glauben

Vollendung wird Beginn
wenn Zeit, Zeit ist
im Zwielicht der Schöpfung
wenn Raum, Raum ist

Was entsteht, vergeht
Was vergeht, entsteht

(Michaela Mielke)


Eingereicht von:


Michaela Mielke | das-metier
Handgefertigte Memoria
www.das-metier.de

21 Dezember 2011

Ein Licht spricht

© Claudia Herzog, Umarmung
Jeder Tag ist Erfahrung, jeder Tag ist Schönheit und Schmerz zugleich.

Das Lebensgewebe webt auf und ab, im Tal der Gefühle sind alle Berge hoch und steil.

Oben schauend erschließt sich das große Bild, im Focus des Tages ist nur Kraft für einen Tag verfügbar.

Ein Tal ... ein Fluss ... ein Weg ... eine Entscheidung. Immer in der besten Kraft und Energie, die wir heute verfügbar haben.

Der Eine mehr der Andere weniger ... so unterschiedlich wie die Berge und Landschaften die das Lebensgewebe uns vorsieht.


Ein unendlich Licht ist immer da! Sei es Mond oder Sonne.
Auch in der Finsternis leuchtet zuverlässig das Herzenslicht.


Eingereicht von:


Claudia Herzog
Lösungen, Lebenskraft und Licht
www.coaching24.org

20 Dezember 2011

Spuren im Sand

© Anne Garti, pixelio.de

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich
und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen." 

(Margaret Fishback Powers, 1964)


Eingereicht von:

Sabine Schattschneider
Feine Urnen & Accessoires
www.atelier-schattschneider.de

19 Dezember 2011

Raum für Erinnerungen

© Andrea Stanke

Ein Platz für die Lichtblicke des Lebens
Es gibt viele Impulse, die als Schatzkästchen der eigenen Erinnerung dienen. Der Funke der Erinnerung steckt in jedem Augenblick. Er lässt sich mit allen Sinnen wahrnehmen. Besonders die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel bieten eine Fülle von Klängen, Düften und Stimmungen, die wir mit Menschen oder Familienritualen verbinden, die es vielleicht in der uns vertrauten Form nicht mehr gibt. Jeder Moment, den wir gemeinsam erleben durften, kann ein Lichtblick sein, an den wir uns gern erinnern.

Ein sicherer Ort für vergangene Zeiten
Ein liebevoll gestaltetes Album schützt und bewahrt unsere Erinnerungen. Lieblingsfotos, handgeschriebene Kommentare, Zitate oder gemalte Symbole sind Pfade zu langsam verblassenden Gedanken. Es kann sehr tröstlich sein, vergangene Erlebnisse sicher zwischen zwei festen schützenden Außenseiten zu wissen. Und das Album selbst darf auch seinen festen Platz finden – in einem Regal, einer Schublade oder an einem anderen Ort, an dem es gut aufgehoben ist.

Menschen gehen - Gedanken bleiben

Erinnerungen sind mal mehr und mal weniger präsent. Ein selbst gestaltetes Album lässt sie hin und wieder lebendig werden. Wir bestimmen, wann wir es hervorholen und öffnen, damit es uns Geschichten erzählt, die wir nicht vergessen möchten. Und eines Tages freuen wir uns darüber, dass das Vergangene seinen eigenen Platz gefunden hat und wir es in Liebe loslassen können.

Denn der größte Er-inner-ungs-Schatz liegt in unserem Herzen und in unserer Seele.


Eingereicht von:


Andrea Stanke
freie Kommunikationsberaterin
www.heart-worx.com

17 Dezember 2011

Sterben – ein An.kommen (Ad.vent!) im Ewigen Licht

Sprechen wir vom Tod, so sprechen wir von der letzten End.gültigkeit des irdischen Da.seins. Lasst mich heute reden vom Sterben, der lang.wierigsten und schwersten, je und je ganz individuellen Lern.aufgabe unseres Lebens - vor dem end.gültigen Ankommen.

Sterben - ein allmähliches Zu.gehen auf den Tod - häufig, wie bei Krebskranken, ein langer, müh.seliger, schmerz.hafter Prozess

Sterben - mehr als nur ein körper.liches Ab.leben - un.sichtbar finden letzte Reifungen, wichtigste Be.reinigungen und Ver.söhnungen, tief.greifende Abschiede und nochmalige Identitäts.findung statt

Sterben - manche finden ringend vom Lebens.nein zum Lebens.ja, vom Besitzen ihrer selbst zu einem über.geordneten Teil.haben und einfachen Sein, von Ur.angst zu Ur.vertrauen

Sterben - manche sind gerade jetzt so ganz weich und beziehungs.fähig  - das Zusammen.sein mit ihnen hat eine Tiefe, eine Dichte und eine Spiritualität wie nie zuvor - Offen.heit und Beziehungs.fähigkeit erweisen sich stärker als jeder lebens.bestimmende Narzissmus

Sterben - manche sind jetzt in ihrer Essenz angekommen, in dem, was nicht sie selbst sich zu.schreiben, sondern, was sie im tiefsten Wesen ausmacht

Sterben - ein Über.gang und Wandlung - ein Ein.treten in einen Grenz.bereich, in welchem andere Gesetzmäßigkeiten von Wahrnehmung und Sendung gelten  - die Grenzen von Raum und Zeit und Kausalität lösen sich auf

Sterben - die Präsenz im Eigenen, das Er.leben als Ich und damit die ganze, ein Leben lang aufgebaute Identität im Ich gehen nun verloren - das ist radikales Los.lassen und ein Wandlungs.geschehen in eine ganz neue Dimension hinein - solche Wandlung ist nicht Ende, sondern wird als Wende erlebt

Sterben - eine spirituelle Öffnung - die Zeit aller Gegen.sätze und Kämpfe ist durchgestanden, Friede herrscht - die persönlichen Weg.leistungen sind erkannt, es kann ein Gefühl von Würdigung entstehen - die Gebunden.heit im Ich und die damit verbundene Enge sind vorbei - es entsteht darum oftmals das Er.leben von Frei.heit und Schmerzlos.igkeit - Sterbende vermögen zu leuchten und zu strahlen

Sterben - ein alt.modisch.biblisches Wort fällt mir noch ein: preisen! - und dies hat den Charakter von etwas End.zeitlichem - ein Kind kann in seiner Un.bewusst.heit nicht preisen, wohl aber ein Mensch, der ja gesagt hat zum Ganzen seines Lebens und es in Dankbar.keit und Glück zurückgibt, etwa in den Worten von Wolfgang Poeplau:


Alles ist gut. Die Farben des Herbstes
- wärmer und schöner als je zuvor.
Die Ernte eingebracht,
die Hunger.zeiten ebenso vorbei
wie die fetten Jahre

Du lernst: alles ist gut, wie es ist.
Es gibt nichts hinzu.zufügen
und nichts weg.zunehmen.
Und du weißt, es ist nicht Schwäche
oder Gleichgültig.keit,
die dich so denken lässt

Wenn das Not.wendige getan
und das Über.flüssige verworfen,
wenn das Zu.viel verschenkt
und das Zu.wenig verschmerzt ist,
wenn alle Irrtümer aufgebraucht sind,
kann das Fest des Lebens beginnen


Unsere End.lichkeit schenkt uns die (Gnade und) Not.wendigkeit der persönlichen Reifung, die wir zum und beim Sterben brauchen -  wir haben den Tod in uns wie die Frucht den Kern – und wir dürfen Advent feiern und end.gültig ankommen!


Eingereicht von:


Dr. Bernhard A. Grimm
www.dr-bernhard-grimm.de

16 Dezember 2011

Die Stimmen der Natur

Wenn die Vögel singen, rufen sie dabei die Blumen des Feldes
oder sprechen sie mit den Bäumen, oder ist ihr Gesang
nur ein Widerhall dessen, was das Bächlein murmelt?
Der Mensch mit all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was die Vögel sagen oder was der Bach vor sich hinmurmelt oder
was die Wellen flüstern, wenn sie langsam und sanft den Strand berühren.

Der Mensch in all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was der Regen spricht, wenn er auf die Blätter in den Bäumen fällt
oder wenn er aufs Fensterbrett tropft.
Er weiß nicht, was der flüchtige Wind den Blüten zu erzählen hat.

Aber das Herz des Menschen ist imstande, die Bedeutung
dieser Stimmen zu fühlen und zu begreifen.
Oftmals bedient sich die ewige Wahrheit einer geheimnisvollen Sprache.
Seele und Natur unterhalten sich miteinander,
während der Mensch abseits steht, sprachlos und verwirrt.

Und hat der Mensch nicht Tränen vergossen über diese Stimmen?
Sind seine Tränen nicht ein beredtes Zeugnis seines Verstehens?

(Khalil Gibran * 06.01.1883 , † 10.04.1931)

© Christine Schön


Eingereicht von:


Christine Schön
wesens-art
www.wesens-art.de

15 Dezember 2011

Ich schenke dir ein Licht

Lass für fünf Minuten die Welt mit all ihren Anforderungen, ihrer Geschwindigkeit und ihren Erinnerungen still schweigen. Ich lade Dich ein, Dich zurückzuziehen in diesen Augenblick und eine Kerze in Deinem Herzen zu entzünden.

Erfreue Dich an ihrem hellen Licht und tauche ein in wärmende Bilder und Klänge. Ruh Dich gern aus für einen Moment und sorge für Dich. So kann Dein inneres Licht wieder zu Dir zurückkehren und Dir auf Deinem Weg durch diese Zeit leuchten.

Nun kannst Du es auch teilen, es weiterschenken und die Menschen, die Dir nahe stehen daran erinnern, wie schön dieses innere Leuchten ist. 



Eingereicht von:


Mona Ammich | Lebenslilie
Blog zur Entspannung, Entschleunigung und Inspiration
www.lebenslilie.blogspot.com

14 Dezember 2011

Jenseits der Worte

© Albrecht E. Arnold, pixelio.de

Sich immer wieder, jedes Jahr, Tag für Tag, auf die Suche nach Worten begeben – einen Ausdruck zu finden für das Erleben unserer Seele, den Erfahrungsraum des Herzens, das ist nicht einfach, weist uns immer wieder in die Grenzen unseres menschlichen Seins.

Viele intensive Momente und Gefühle entfalten sich auf ihre eigene Weise, sind unbeschreibbar und mit unserer Sprache nicht zu erfassen. Trotzdem gibt es in uns dieses Verlangen danach, das zum Ausdruck zu bringen, was uns in der Tiefe unseres Herzens bewegt. Die Liebe zum Beispiel lässt uns immer wieder von neuem auf die Suche gehen ...

Der folgende Text macht uns auf die Grenzen unserer Sprache aufmerksam und lädt uns ein, das Unaussprechliche zu erleben. Manchmal vermag die Poesie, etwas von dem Anklingen zu lassen, was in uns schwingt.


Vom Zittern bis zum Mut

Wie kann man das "fast nichts" aussprechen?
Wie kann man den Wind beschreiben, die Milde des Frühlings?
Wie kann man das Licht in den Augen eines Kindes erfassen?
Die verstohlene und unendliche Gegenwart?

Wie kann man plötzlich nicht genug Worte haben
um die kristalline Reinheit zu beschreiben,
die manchmal den Anfang der Liebe umarmt,
den Anfang aller Nacktheit?

Wie kann man sprechen von dem, was uns erfüllt und uns entfällt;
was zu neu, was zu schön ist, was tanzt in dem Unaussprechlichen?

Wie kann man sprechen von dem, was man nicht ausspricht,
was sich nur manchmal erleben lässt ... Wie kann man sagen,
dass die Furcht und das Glück sich anlächeln? Dass eine wunderliche
Leichtigkeit sich durch die Schwerkraft der Welt einschleicht?

Wie kann man sprechen ohne zu zerstören ...
Wie kann man von der Liebe sprechen ohne sie zu reduzieren?

Es könnte sogar sein, dass lieben einfach ist.

(eigene Übersetzung aus dem Französischen)


Eingereicht von:


Imke Klie
Trauern heilt
www.trauern-heilt-hamburg.de

13 Dezember 2011

Die Reise des Lebens

© Stephanie Poschmann

Seit meiner Kindheit fasziniert mich das Fliegen - das diese tonnenschweren Flugzeuge sich in die Luft erheben und man den einmaligen Blick von oben auf unsere Städte, Länder und Meere hat.

Das Fliegen ist für mich auch eine Metapher für das Leben: Wir starten ins Leben, haben Höhenflüge und Abstürze, Turbulenzen und ruhige klare Luft und Unwetter, die wir lieber umfliegen. Unten am Boden kann es dunkel und regnerisch sein und über den Wolken scheint die Sonne.

Mit dem Gedicht von Ringelnatz möchte ich zu dem Gedanken "Leben und leben lassen" einladen ... und auch ein bisschen zum schmunzeln.

Die Fliege im Flugzeug

Ich war der einzige Passagier
Und hatte nur zum Spaße
Eine lebende Fliege bei mir
In einem Einmachglase.

Ich öffnete das Einmachglas.
Die Fliege schwirrte aus und saß
Plötzlich auf meiner Nase
Und rieb sich die Vorderpfoten.
Das verletzte mich.
Ich pustete. Sie setzte sich
Auf das Schildchen »Rauchen verboten«.

Ich sah: der Höhenzeiger wies
Auf tausend Meter. Ha! Ich stieß
Das Fenster auf und dachte
An Noahs Archentaube.
Die Fliege aber ich glaube,
Sie lachte.
Und hängte sich an das Verdeck
Und klebte sehr viel Fliegendreck
Um sich herum, im Kreise,
Unmenschlicherweise.

Und als es dann zur Landung ging,
Unser Propeller verstummte,
Da plusterte das Fliegending
Sich fröhlich auf und summte.

Gott weiß, was in mir vorging,
Als solches mir durchs Ohr ging.
Ich weiß nur noch, ich brummte
Was vor mich hin. So ungefähr:
Ach, dass ich eine Fliege wär.

(Joachim Ringelnatz, aus der Sammlung
Flugzeuggedanken,
1929)


Eingereicht von:


Stephanie Poschmann
Illustrations- & Grafik-Designerin
www.madebystp.de.tl

12 Dezember 2011

11 Dezember 2011

Wann beginnt sie, die Zeit des Advents?

© Helene Düperthal

Anfang September, wenn Lebkuchen und Stollen ins Geschäft kommen?
Oder erst im Oktober, wenn das Laub zur Erde fällt?

Im November, wenn die ersten Basare öffnen?
Oder erst im Dezember, wenn die letzten Geschenke verpackt sind?

Nein, Weihnachten ist nicht gebunden an den Kalender,
aber er hilft uns es nicht zu vergessen!

Denn wir sind unterwegs im Advent:
wenn ich die Hand reiche nach dem Streit;
wenn ich dem Fremden ein Lächeln schenke;
wenn mein Arm sich um die Schulter des Einsamen legt;
wenn mein Trost die Tränen des Traurigen tröstet;
wenn ich Hoffnung gebe wo Verzweiflung herrscht;
wenn ich wieder Staunen lerne über die Wunder der Erde;
wenn ich meine Augen öffne für das Geschenk der Weihnacht;
wenn ich lerne wirklich mit dem Herzen zu sehen;

Dann, ja dann bin ich angekommen im Advent.
Dann, ja dann ist Gott in meinem Herzen geboren.
Dann, ja dann ist es da, das Fest der Geburt, das Fest der Liebe,
dass nichts zu tun hat mit Konsum und Trubel, mit Hektik und Terminen,
mit Weihnachtsmann und Partylaune.

Wir sind eingeladen. Es kostet nichts. Der Weg der Weihnacht wartet auf uns, denn einer ist uns vorausgegangen.

Darum wünsche ich dir:
Einen Menschen, der dir seine Hand reicht nach dem Streit;
Einen Menschen, der dir ein Lächeln schenkt, das dir gut tut;
Einen Menschen, der seinen Arm um deine Schulter legt, wenn du einsam bist;
Einen Menschen, der dich tröstet wenn die Trauer dich lähmt;
Einen Menschen, der Hoffnung schenkt, wo du Verzweiflung spürst;
mögest du mit dem Herzen sehen, wo deine Augen blind sind;
und die Kerzen für dich leuchten, bis sie dein Herz erwärmen.

Willkommen im Advent


Eingereicht von:


Helene Düperthal
Trauerrednerin/-begleiterin /Autorin
www.dueperthal-trauerrede.de

10 Dezember 2011

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

© Manuela Mordhorst



 Eingereicht von:

Manuela Mordhorst
Seelenlicht
www.seelen-licht.com


09 Dezember 2011

Sonja – eine Begegnung

Bei unserer ersten Begegnung zeigt sich mir folgendes Bild: Eine kleine, zierliche und stark abgemagerte Frau liegt etwas gekrümmt in ihrem Bett, gelagert mit Kissen, die viel zu groß erscheinen. Ich komme mir seltsam stark vor und habe das Gefühl, ich muss diese Person schützen. Doch das ist nicht einfach, da sie das Ungleichgewicht sehr wohl erkennt. Sie möchte doch so gerne selbständig und stark sein, quält sich, spricht verwaschen und unverständlich. Beim gemeinsamen Musizieren hat Sonja kaum die Kraft, einen Schlägel zu halten. Schwierige Themen vermeidet sie, weint dann und manchmal strampelt sie vor Wut ihre Decke weg. Doch es gibt auch die Sonja, die viel lacht, die es mag, wenn lustige Dinge gesagt werden, die Kinderbücher liebt und einen Sinn für Situationskomik hat.

Einfach da sein, gemeinsam Zeit verbringen, "abhängen", nicht alleine sein müssen, Musik hören und lediglich das nötigste reden – so verstehe ich die unausgesprochene Abmachung zwischen Sonja und mir. Ein zeitliches Limit gibt es nicht, nur die große Freiheit im doch so begrenzten Rahmen. Bereits ab der ersten Begegnung spielt die Musik der Beatles eine große Rolle. Da Sonja selbst keine Lieder einfallen, schlage ich ihr einige vor, und sie entscheidet dann, welches gesungen wird. Obwohl ich immer wieder benenne, dass wir beide singen/summen, um sie mit einzubeziehen, ist es so, dass ich alleine spiele/singe, dabei aber in einem ganz engen Blick-Kontakt mit ihr stehe. Die bekannten Melodien von "Let It Be", "Yesterday" und "All My Loving" schallen durch den Raum. Besonders das Lied "I Want To Hold Your Hand" berührt Sonja sehr. Anlässlich der Worte an ihren Freund erinnert, erzählt Sonja von ihm.

Sie nimmt an, dass er im Stadtteil St. Pauli lebt, doch er meldet sich nicht bei ihr und sie hat auch keine Telefonnummer von ihm. Sie weint und erinnert mich mit ihrem tränenüberströmten Gesicht an ein kleines Kind. Es rührt mich an, ich habe einen Kloß im Hals. Unser beider Ohnmacht wird deutlich spürbar. Ich frage sie, was sie ihm denn gerne sagen will. Sie spricht davon, dass sie doch nur ein Lebenszeichen von ihm haben will. Mir kommt der Gedanke, dass sie ihm vielleicht ein Lebenszeichen geben will. Als sich nach einigen Wochen herausstellt, dass der Freund im Gefängnis ist, sagt Sonja mehrmals: "Wer nicht hören will, muss hören!", meint wohl jedoch "fühlen". Sonja schreibt ihm schließlich einen Brief … und wartet!

In den folgenden Wochen lassen Sonjas Kräfte nach, sie wird immer schwächer und ist oft müde. Immer öfter lege ich die Instrumente beiseite, halte Sonjas Hand oder streiche ihr vorsichtig über Stirn und Kopf, summe mehr als dass ich singe. Mit viel Aufwand wird ein Besuch von Sonjas Freund organisiert, es folgen auch kurze Telefonate. Eigentlich darf er bei seiner mit einer Gefängnisstrafe verbundenen Therapie gar keinen Kontakt zu Menschen "von früher" haben. Doch es gelingt, nach Gesprächen zwischen Sozialarbeiterin und Psychologin, eine Ausnahme zu vereinbaren - für Sonja. Sie ist glücklich.


Sonja starb wenige Wochen nach dem Wiedersehen mit ihrem Freund. Der Prozess der Auseinandersetzung dieser Begegnung zwischen Sonja und mir beschäftigte mich auch nach ihrem Tod. Es steht mir nicht zu, über das Leben anderer zu urteilen. Und eine Einteilung in gut und schlecht, geglückt und nicht geglückt scheinen angesichts der Einmaligkeit eines jeden Lebens allzu plakativ. Sonja kennen lernen zu dürfen hat mir einmal mehr gezeigt, wie in der Akzeptanz und Annahme der Anderen in ihrem So-Sein eine Haltung der Demut vor der Einzigartigkeit menschlicher Schicksale entstehen kann. In der Begegnung mit ihr, die angesichts des Todes stattfand, wurden eigene Werte relativiert und Bewertungen in Frage gestellt.

Die Geschichte von Sonja und mir endet mit einem Zitat von Gotthelf Eisenberg, Pfarrer im Ruhestand, aus einer von ihm gehaltenen Grabpredigt: "Unser Leben ist ein Fragment – mal mehr, mal weniger. Wir hinterlassen Bruchstücke und offene Enden, wir hinterlassen ungelebtes Leben und ungesagte Worte. Wir hinterlassen ungeweinte Tränen und ungeliebte Liebe. Wir bleiben anderen manches schuldig, und andere bleiben uns manches schuldig. Es fällt uns schwer, anzunehmen, dass wir endlich sind. Guter Gott: Gib uns ein Empfinden für die Kostbarkeit der uns geschenkten Zeit und lass uns Deine Nähe spüren in allen Anfängen, in der Mitte und an den Rändern des Lebens."

(aus: Die Lehrer unseres Lebens - Geschichten über Menschen,
die Spuren hinterlassen haben, Hrsg. Klaus Leidecker)


Eingereicht von:


Judith Sonntag
Diplom-Musiktherapeutin
www.AlteWacheSonntag.de

07 Dezember 2011

JA zu Deinem Leben

© Sanja Viktoria Hamel
Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du es riskierst wie ein Narr auszusehen, um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendig seins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast, ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual. Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz - meinem oder deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen. Ich will wissen, ob du mit der Freude - meiner oder deiner - da sein kannst, ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft, oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu sein. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst. Ich will wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig. Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst. Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern - meinem oder deinem – leben kannst und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: Ja!

Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast. Ich will wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie du hergekommen bist. Ich will wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast. Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt. Ich will wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.

(aus: Die Einladung von Oriah Mountain Dreamer)


Den Text wählte ich aus einem Grund: er ist vollkommen. Denn in ihm ist alles enthalten. Wer bist Du, wenn alles um Dich herum wegbricht? Was hält Dich?


Eingereicht von:


Sanja Viktoria Hamel
menschenRaum
www.liebedeinleben.com

06 Dezember 2011

Arme Leute

© Klaus Ratzer

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn:
"Wie war dieser Ausflug?"
"Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?"
"Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater.

Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."

Der Vater war sprachlos. Und der Sohn fügte noch hinzu:
"Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."

(Verfasser unbekannt)


Eingereicht von:


Viktoria Künne
Individuelle Textilanfertigungen
www.vip-tex.de

05 Dezember 2011

Glücklichsein

© Susanne Barg
Lass Dich fallen.
Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die "ja" sagen und verteile sie überall in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit
und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.

Weine bei Kinofilmen,
schaukle, so hoch Du kannst
mit Deiner Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere "verantwortlich zu sein",
tu es aus Liebe.

Glaube an Zauberei, lache ein Menge.
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.

Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem.

Unterhalte das Kind in Dir,
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

(Joseph Beuys zugeschrieben)

Eingereicht von:


Susanne Barg
Beratung und Coaching
www.barg-coaching.de